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Gilneas vor dem Kataklysmus: Blizzard deutet neue Rolle der Verlassenen an

Blizzard möchte Gilneas vor dem Kataklysmus zeigen und deutet mögliche Verbindungen zu den Verlassenen an. Was bestätigt ist – und was nur Entwicklerwunsch bleibt.

WoW Forever beginnt am selben Ausgangspunkt wie World of Warcraft im November 2004, darf sich erzählerisch aber schon ab dem ersten Tag anders entwickeln. In einem neuen Entwicklergespräch fällt dabei ausgerechnet Gilneas – und ein bemerkenswerter Hinweis auf mögliche Verbindungen zu den Verlassenen.

Kurz zusammengefasst

  • Bestätigt: WoW Forever startet in einer benachbarten Zeitlinie, die am ursprünglichen WoW-Startpunkt abzweigt.
  • Absicht: Die Entwickler möchten das abgeschottete Gilneas vor dem Kataklysmus besuchen.
  • Nicht bestätigt: Gilneas ist weder als Startinhalt noch als konkrete Zone angekündigt. Auch eine Zusammenarbeit mit den Verlassenen bleibt offen.

Eine Zeitlinie mit bewusstem Spielraum

Principal Game Designer Kris Zierhut beschreibt WoW Forever gegenüber Sportskeeda als benachbarte Zeitlinie. Ausgangspunkt ist der erste Tag des ursprünglichen World of Warcraft im November 2004. Von dort an soll die neue Spielwelt zunächst sehr nah an der bekannten Geschichte bleiben, kann aber an ausgewählten Stellen andere Wege einschlagen.

Das ist wichtig für die Einordnung: Blizzard schreibt nicht automatisch die gesamte Warcraft-Geschichte um. Das Team schafft sich vielmehr den Freiraum, bekannte Orte anders zu öffnen, ausgelassene Geschichten nachzuholen und Entscheidungen zu treffen, ohne an jedes spätere Ereignis aus Retail gebunden zu sein. Genau diese redaktionelle Trennung erklären wir auch in unserer Analyse zur eigenen Zeitblase von WoW Forever.

Warum Gilneas so spannend ist

Gilneas war im ursprünglichen WoW hinter seinem gewaltigen Wall praktisch unerreichbar. Erst Cataclysm machte das Königreich zu einem großen Schauplatz und verband seine Geschichte mit den Worgen. WoW Forever könnte den bislang kaum erlebbaren Zustand davor zeigen: ein verschlossenes Menschenreich, das sich von seinen Nachbarn abgrenzt und noch nicht von den bekannten Katastrophen überrollt wurde.

Senior Game Designer Michael Nuthals brachte im Gespräch den Wunsch zum Ausdruck, Gilneas in dieser frühen Phase zu besuchen. Als scherzhaft eingeworfen wurde, dass die Gilneer ausgerechnet die Verlassenen wohl kaum willkommen heißen würden, antwortete Zierhut sinngemäß, dafür könne es Gründe geben. Das ist kein Story-Spoiler. Es zeigt aber, dass Blizzard den Konflikt nicht bloß als unveränderliche Kopie der späteren Geschichte betrachtet.

Was die Verlassenen damit zu tun haben könnten

Geografisch liegen Gilneas und das Gebiet der Verlassenen nah beieinander. Gleichzeitig bringt WoW Forever mit untoten Paladinen bereits eine bewusste Abweichung von der alten Klassenordnung. Neue Questreihen könnten deshalb frühere Grenzkonflikte, politische Zweckbündnisse oder ganz persönliche Geschichten zwischen lebenden und untoten Bewohnern Lordaerons erzählen.

Mehr lässt sich aus dem Interview nicht seriös ableiten. Weder eine friedliche Öffnung Gilneas’ noch eine neue Fraktionszuordnung oder spielbare Worgen wurden angekündigt. Der Satz ist ein erzählerischer Türöffner, kein Beleg für einen bereits festgelegten Handlungsbogen.

Unsere Einordnung

Gilneas gehört zu den stärksten ungenutzten Schauplätzen des alten Azeroth. Dass das Team diesen Ort selbst nennt, passt perfekt zum Versprechen von WoW Forever: bekannte Lücken füllen, ohne die Welt sofort mit einem globalen Umbruch zu überziehen. Für eine konkrete Ankündigung reicht die Aussage noch nicht.

Uldum und die Höhlen der Zeit bleiben Wünsche

Im selben Gespräch fielen auch eine ursprüngliche Version von Uldum und ein möglicher Warcraft-I-Schauplatz über die Höhlen der Zeit. Diese Ideen wurden ausdrücklich als langfristige oder persönliche Wünsche diskutiert. Sie gehören deshalb auf eine Beobachtungsliste – nicht in eine bestätigte Inhaltsübersicht.

Fazit

Der Gilneas-Hinweis ist klein, aber redaktionell wertvoll: Er zeigt, wie Blizzard die alternative Zeitlinie nutzen möchte. Nicht durch beliebige Brüche, sondern durch neue Antworten auf alte, offene Fragen. Ob daraus tatsächlich ein Gebiet, eine Questkampagne oder nur ein später Gedanke wird, muss das Team erst noch zeigen.

Quellen

  1. Sportskeeda: Interview mit Kris Zierhut und Michael Nuthals, 15. September 2026.
  2. Wowhead: Zusammenfassung des Sportskeeda-Interviews, geprüft am 19. September 2026.