Kurz vor der BlizzCon bringt Wowheads Chefdataminer Stiven die bekannten Spuren zu Project Camelot in eine konkrete Reihenfolge. Seine These: Hinter dem Projekt könnte World of Warcraft Forever stecken – kein WoW 2, sondern eine neue, technisch modernisierte WoW-Variante mit eigener Bezeichnung.
Der Stand in 30 Sekunden
- Belegt: In den Daten des WoW-PTR tauchte ein neues Tastenbelegungsprofil mit dem Begriff „Forever“ auf. Zu Project Camelot wurden zuvor unter anderem Heroic- und Epic-Bezeichnungen gemeldet.
- Stivens Deutung: Er hält „World of Warcraft Forever“ für die wahrscheinlichste Erklärung und erwartet eher eine Erweiterung beziehungsweise eine eigene 1.60.x-Produktlinie als ein WoW 2.
- Nicht bestätigt: Name, Spielwelt, Grafik-Update, HD-Modelle, Zonen, Raids, Dungeons und Komfortverbesserungen sind bislang keine angekündigten Inhalte.
Was Stiven tatsächlich sagt
In einem Beitrag auf X vom 10. September 2026 zieht Stiven eine persönliche Schlussfolgerung aus den bislang sichtbaren Datamining-Funden und Gerüchten. Für ihn sprechen die Spuren eher für eine Abzweigung vor The Burning Crusade als für eine Fortsetzung der bisherigen Classic-Erweiterungsfolge.
Als wahrscheinlichsten Namen nennt er World of Warcraft Forever. Gleichzeitig macht er deutlich, dass dies seine Interpretation ist: Eine kleine Restwahrscheinlichkeit lässt er dafür offen, dass Blizzard Dataminer bewusst auf eine falsche Fährte führen könnte.
Bemerkenswert ist vor allem seine Produktvorstellung. Stiven erwartet weder ein „WoW 2“ noch ein „Classic 2“, sondern eher eine eigenständig benannte Erweiterung des bestehenden WoW-Unterbaus. In seinem Bild könnte daraus eine 1.60.x-Linie mit modernisierter Technik, visuellen Anpassungen und klassischen Inhaltstypen wie neuen Zonen, Dungeons und Raids werden.
Warum die Herkunft aus Mainline wichtig ist
Stiven weist auf einen Punkt hin, der in der bisherigen Diskussion leicht untergeht: Ein großer Teil der Camelot-Spuren sei in Daten des Hauptclients beziehungsweise in Mainline-nahen Produktpfaden sichtbar geworden – und nicht ausschließlich in den bekannten Classic-Varianten. Dazu zählt er unter anderem Hinweise auf Produkteditionen, Völker, Transmog-Sets und Kartenbestandteile.
Das ist kein Beweis für eine Retail-Erweiterung. „Mainline“ kann ebenso bedeuten, dass Blizzard einen moderneren technischen Unterbau oder eine gemeinsame Client-Familie nutzt. Sollte Stivens Einordnung stimmen, wäre genau das der entscheidende Ansatz: klassisches Azeroth und ein Spielgefühl nahe Vanilla, aber nicht zwangsläufig auf dem heute sichtbaren Classic-Client.
Die technische Grundlage rund um die „Forever“-Datei haben wir bereits ausführlich eingeordnet: Was die neue Tastenbelegungsdatei zeigt – und welche Alternativerklärungen bleiben.
Was in den Daten steckt – und was nicht
- Forever-Datei: Auf dem PTR zu WoW 12.1.5 wurde ein neues Tastenbelegungsprofil mit dem Begriff „Forever“ gefunden.
- Classic-nahe Belegungen: Mehrere Tasten sind dort anders als im aktuellen Retail-Standard und erinnern an klassische Belegungen.
- Legacy-System: Der Eintrag
TOGGLELEGACYSYSTEMersetzt in diesem Profil die bisherige Belegung des Erfolgsfensters. Wofür das System steht, ist unbekannt. - Camelot-Editionen: Im Juni wurden Heroic- und Epic-Bezeichnungen zu „World of Warcraft Camelot“ gemeldet. Welche Inhalte oder Preise dahinterstehen, ist offen.
- Keine Inhaltsliste: Die Daten bestätigen weder HD-Modelle noch neues Wasser, neue Zonen, Raids, Dungeons oder konkrete Komfortfunktionen.
Das geschlossene Dunkle Portal passt – beweist aber nichts
Stiven bezieht außerdem den inzwischen gelöschten BlizzCon-Teaser der Hardwaremarke AORUS ein. Das Motiv zeigte ein geschlossenes Dunkles Portal und wurde mit einer Überraschung zur BlizzCon verbunden. AORUS beziehungsweise GIGABYTE gehört zu den offiziellen Sponsoren der Veranstaltung.
Das Bild passt auffällig gut zu einer Zeitlinie vor The Burning Crusade. Es kann aber ebenso schlicht eine auf Warcraft zugeschnittene Hardware-Kampagne ankündigen. Solange Blizzard selbst keinen Produktbezug herstellt, bleibt das Motiv ein ergänzendes Indiz und kein Beleg für World of Warcraft Forever.
Unsere Einordnung
Die neue Aussage bestätigt kein Classic+. Ihr Wert liegt in der Zusammenschau: Ein erfahrener Dataminer ordnet die Mainline-Herkunft, die Camelot-Funde, die „Forever“-Datei und den Portal-Teaser erstmals zu einem klaren Produktbild. Der mögliche Name bleibt Spekulation. Die Frage nach dem technischen Unterbau ist dagegen real – und könnte für die Zukunft von WoW Classic wichtiger sein als ein einzelner Codename.
Kein WoW 2 heißt nicht kleines Projekt
Stivens Abgrenzung ist nachvollziehbar: Eine neue Produktbezeichnung und eine modernisierte Darstellung machen noch kein vollständig neu entwickeltes Spiel. Gleichzeitig könnte Blizzard mit einem eigenständigen Namen deutlich mehr signalisieren als eine weitere Saison.
Genau darin steckt die größte Chance und das größte Risiko. Moderne Technik könnte neue Inhalte, bessere Werkzeuge und eine langfristige Entwicklung erleichtern. Zu starke optische oder spielerische Eingriffe könnten jedoch den Kern verwischen, wegen dem sich viele Spieler überhaupt für Vanilla und Classic+ interessieren.
Die Frage an die Community
Wäre ein Classic+ auf moderner Technik für euch noch Classic – oder beginnt dort bereits ein neues WoW? Diskutiert mit uns im Classic+ Deutschland Discord.
Fazit
„World of Warcraft Forever“ ist weiterhin kein bestätigter Titel. Stivens Prognose verbindet die bekannten Spuren aber zu einer plausiblen Arbeitsannahme: kein WoW 2, keine bloße Wiederholung der bisherigen Classic-Reise, sondern möglicherweise ein eigenständig benanntes WoW-Projekt mit klassischem Ausgangspunkt und modernerem Fundament. Ob Blizzard dieses Bild auf der BlizzCon bestätigt, erfahren wir erst mit der offiziellen Präsentation.
Quellen
- Stiven auf X: Einordnung der Camelot- und Forever-Spuren, 10. September 2026
- Wowhead: New Game Key Bindings Datamined on 12.1.5 PTR, abgerufen am 10. September 2026
- Wowhead: Project Camelot und die gemeldeten Heroic- und Epic-Bezeichnungen, 16. Juni 2026
- Icy Veins: Gelöschter AORUS-Teaser mit geschlossenem Dunklen Portal, abgerufen am 10. September 2026
Recherchestand: 10. September 2026. Titelbild: eigenes KI-generiertes Symbolbild von FolgeQuest; es zeigt keine bestätigten Inhalte eines Blizzard-Projekts.
Als Nächstes: Alle Hinweise auf Classic+ – was wir über Project Camelot wissen