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Analyse + Bestätigt

Keine BiS-Listen vor dem Raid: WoW Forever versteckt seine Beute

Blizzard will Gegenstandswerte bis zum ersten Fund auf einem Server verbergen. Auch Raidbosse und Geheimnisse sollen länger unbekannt bleiben.

WoW Forever soll den Moment zurückbringen, in dem ein Gegenstand nicht schon vor dem ersten Raidabend vollständig berechnet ist. Blizzard will Itemwerte verschleiern, bis die betreffende Beute erstmals auf einem Server fällt. Selbst Raidbosse und ihre Mechaniken sollen zu Beginn nicht bequem in einem Dungeonjournal nachzulesen sein.

Kurz zusammengefasst

  • Gegenstandswerte sollen verborgen bleiben, bis das Item bei einem Spieler auf dem Server fällt.
  • Vorgefertigte BiS-Listen verlieren dadurch zumindest zum Start einer Inhaltsstufe ihre Grundlage.
  • Raidbosse sollen anfangs ohne vollständige Anleitung im Dungeonjournal entdeckt werden.
  • Guides und Metas werden weiterhin entstehen, aber erst nach tatsächlichen Funden und Spielerfahrungen.
  • Die Geheimnisse sind ausdrücklich nicht mit den machtgebenden Runen aus Season of Discovery gleichzusetzen.

Blizzard will den ersten Raidabend wieder unbekannt machen

Senior Game Designer Josh Greenfield erklärte im Gespräch mit MMORPG.com, dass WoW Forever die Gegenstände des Spiels verschleiern soll. Ihre Werte werden demnach erst sichtbar, wenn das jeweilige Item für einen Spieler oder eine andere Person auf demselben Server fällt. Die Aussage bezieht sich auf die Entdeckungsphase des Spiels und nicht auf eine dauerhafte Geheimhaltung.

Der erste Durchlauf durch einen neuen Raid könnte dadurch tatsächlich ohne fertige Beutelisten beginnen. Welche Waffe, welches Schmuckstück oder welches ungewöhnliche blaue Item zum begehrten Fund wird, müsste zunächst im Spiel herausgefunden werden. Erst danach können Datenbanken, Guides und Rechner das bekannte Optimierungsnetz aufbauen.

Datamining wird gebremst, aber nicht abgeschafft

Blizzard verspricht damit keine Welt ohne Datamining. Sobald Gegenstände gefunden, Bosse besiegt und Mechaniken dokumentiert wurden, werden Informationen weiterhin schnell verbreitet. Greenfield spricht selbst davon, dass Guides, BiS-Listen und eine Meta entstehen werden.

Der Unterschied liegt im Zeitpunkt. Statt jede Belohnung bereits aus dem Client auszulesen, soll die Community zumindest am Anfang gemeinsam entdecken. Gerade die erste Woche einer Raidstufe könnte dadurch weniger wie das Abarbeiten einer vorbereiteten Einkaufsliste und stärker wie eine Expedition wirken.

Auch Bosse und Geheimnisse bleiben zunächst offen

Die Itemwerte sind nur ein Teil dieses Ansatzes. Laut Greenfield sollen Spieler vor dem ersten Betreten nicht vollständig wissen, welche Bosse sie erwarten. Ein Dungeonjournal soll ihnen zu Beginn nicht bereits die komplette Lösung erklären. Zusätzlich plant das Team zahlreiche Geheimnisse in der Welt.

Dabei zieht Blizzard eine wichtige Grenze zu Season of Discovery: Die neuen Entdeckungen sollen nicht auf dieselbe Weise unmittelbare Spielerstärke hinter versteckten Runen einschließen. Wer nicht jeden Winkel am ersten Tag absucht, soll deshalb nicht automatisch mit einer unvollständigen Klasse dastehen.

Was das für Server und Community bedeutet

  • Serverfunde werden wertvoll: Ein früher Gegenstand kann zur gemeinschaftlichen Nachricht werden.
  • Guides entstehen aus Spielerfahrung: Datenbanken müssen auf reale Funde warten.
  • Raidgruppen experimentieren: Die beste Ausrüstung steht nicht vorab vollständig fest.
  • Änderungen bleiben möglich: Blizzard will Klassen, Inhalte und damit auch die Meta weiter anpassen.

Der Ansatz hat auch eine Schwachstelle

Die Entdeckung endet in einem vernetzten MMO sehr schnell. Große Gilden, Streams und Datenbanken können neue Funde innerhalb weniger Minuten verbreiten. Entscheidend wird deshalb sein, ob Blizzard nur die Clientdaten schützt oder zusätzlich mit unbekannten Varianten, laufenden Anpassungen und später ergänzten Gegenständen arbeitet.

Offen ist außerdem, wie der Begriff „Server“ im Megarealm-System von WoW Forever technisch ausgelegt wird. Werden Funde für einen gesamten Regelbereich sichtbar oder gelten sie nur innerhalb einer kleineren Spielergemeinschaft?

Unsere Einordnung

Bestätigte Entwicklungsrichtung: Blizzard kann das Internet nicht vergessen lassen, wie man WoW optimiert. Das Team kann aber verhindern, dass eine neue Raidstufe bereits vor ihrer Öffnung vollständig gelöst ist. Genau dieser zeitliche Vorsprung für echte Entdeckung ist der eigentliche Wert des Systems.

Was bleibt offen?

  • Wann werden gefundene Itemwerte für andere Spieler sichtbar?
  • Bezieht sich ein Fund auf Realm, Megarealm, Region oder Regelbereich?
  • Wie schützt Blizzard Bossdaten und Mechaniken technisch?
  • Werden spätere Inhaltsstufen nach demselben Prinzip veröffentlicht?

Quellen

Geprüft am 16. September 2026.