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Nur Horde oder Allianz: WoW Forever plant die PvP-Fraktionssperre

Wer im einzigen PvP-Regelsatz Horde wählt, soll dort keine Allianzcharaktere erstellen können – und umgekehrt. Warum diese Grenze im Megarealm für Streit sorgt.

WoW Forever besitzt keine klassischen Einzelserver mehr. Gerade deshalb wiegt eine neue Entwicklerantwort schwer: Wer sich im PvP-Regelsatz für Horde oder Allianz entscheidet, soll dort nach aktuellem Stand keine Charaktere der Gegenseite erstellen können.

Der Stand in 30 Sekunden

  • Aktueller Plan: Im PvP-Regelsatz ist ein Account auf Horde oder Allianz beschränkt.
  • Andere Regelsätze: Charaktere auf Normal, Rollenspiel und späteren Regelsätzen bleiben davon unberührt.
  • Der entscheidende Unterschied: Weil es pro Region nur eine große PvP-Spielwelt gibt, existiert kein zweiter PvP-Realm für die andere Fraktion.
  • Noch nicht endgültig: Lead Game Designer Tim Jones formulierte die Antwort vorsichtig. Die Beta kann diese Regel noch verändern.

Eine alte PvP-Regel trifft auf ein neues Serversystem

Im Gespräch mit Game Informer wurden Lead Game Designer Tim Jones und Lead Software Engineer Nora Mills gefragt, ob Spieler im realmlosen WoW Forever auf demselben PvP-Regelsatz beide Fraktionen spielen dürfen. Jones antwortete, man habe Spieler dort nach seinem aktuellen Kenntnisstand auf eine Fraktion beschränkt. Charaktere auf anderen Regelsätzen könnten weiterhin jederzeit erstellt werden.

Die Regel erinnert an das ursprüngliche World of Warcraft: Auf einem PvP-Server musste sich ein Account für Horde oder Allianz entscheiden. Damals ließ sich die andere Seite jedoch auf einem zweiten PvP-Server spielen. Genau diese Ausweichmöglichkeit fällt im neuen System weg.

WoW Forever ersetzt die lange Realmliste durch große, nach Regelsätzen getrennte Spielwelten für Normal, PvP und Rollenspiel. Hardcore folgt nach dem Start. Innerhalb einer Region gibt es damit nicht mehrere voneinander unabhängige PvP-Realms, zwischen denen ein Spieler seine Fraktionen verteilen könnte. Die Entscheidung betrifft den gesamten PvP-Regelsatz.

Warum Blizzard diese Grenze ziehen könnte

Blizzard will im PvP-Regelsatz stärker auf Fraktionsbalance achten. Die Weltlogik soll Spieler nicht wahllos verteilen und beispielsweise eine einzelne Gruppe plötzlich einer massiven Überzahl aussetzen. Gleichzeitig möchte das Team wiederkehrende Begegnungen fördern: bekannte Namen, Rivalen und Spieler, deren Ruf sich innerhalb der großen Spielwelt entwickelt.

Eine Fraktionssperre unterstützt diese Richtung. Sie erschwert das direkte Umloggen, um Gegner auszuspionieren, nach einer Niederlage auf der anderen Seite nachzufragen oder die gerade schwächere Fraktion kurzfristig zu verlassen. Außerdem verleiht die Wahl zwischen Horde und Allianz im offenen PvP mehr Gewicht.

Die Sperre löst allerdings nicht jedes Problem. Wer ein zweites WoW-Abonnement besitzt, kann weiterhin beide Seiten spielen. Für Spieler mit nur einem Account entsteht dagegen eine harte Grenze: Sie müssen sich entscheiden, mit welchem Freundeskreis und welcher Fraktion sie das offene PvP erleben möchten.

Die Community diskutiert bereits über Alternativen

In den offiziellen Foren stößt die Aussage deshalb auf geteilte Reaktionen. Befürworter sehen darin eine Rückkehr zu Fraktionsstolz, glaubwürdigen Rivalitäten und einem stärkeren Vanilla-Gefühl. Kritiker weisen darauf hin, dass sie früher Horde und Allianz auf getrennten PvP-Realms spielen konnten, ohne ein zweites Abonnement zu benötigen.

Als Kompromisse werden unter anderem längere Wechselzeiten, eine Sperre nach tatsächlichen PvP-Aktivitäten oder getrennte Weltinstanzen nach einem Fraktionswechsel vorgeschlagen. Ob solche Modelle technisch und spielerisch sinnvoll wären, hat Blizzard nicht kommentiert.

Was die Formulierung noch offenlässt

Jones leitete seine Antwort sinngemäß mit „soweit ich weiß“ ein. Das ist eine belastbare Aussage zur gegenwärtigen Entwicklungsrichtung, aber keine unveränderliche Regel für den Veröffentlichungstag. Gerade eine Beta dient dazu, solche weitreichenden Grenzen unter realen Bedingungen zu prüfen.

  • Gilt die Sperre sofort mit dem ersten erstellten PvP-Charakter?
  • Kann die gewählte Fraktion später gewechselt werden?
  • Müssen dafür sämtliche Charaktere der bisherigen Fraktion gelöscht werden?
  • Wie greift die Sperre mit Blizzards Maßnahmen zur Fraktionsbalance ineinander?
  • Wird es irgendwann einen zusätzlichen Rollenspiel-PvP-Regelsatz geben?

Die Frage an die Community

Soll eine Entscheidung für Horde oder Allianz im PvP wirklich den gesamten Account binden – oder braucht WoW Forever einen fairen Weg, beide Seiten zu spielen?

Unsere Einordnung

Die Absicht passt zu Classic: Eine Fraktion soll mehr sein als eine Farbe über dem Charakterporträt. Im realmlosen System ist die Wirkung aber deutlich härter als 2004. Wer ausschließlich PvP spielen möchte, verliert auf einem einzelnen Account den Zugang zur Hälfte der spielbaren Perspektiven.

Blizzard sollte die Regel deshalb nicht nur mit Nostalgie begründen, sondern erklären, welches konkrete Problem sie löst und warum mildere Schutzmechanismen nicht ausreichen. Bis dahin ist die PvP-Fraktionssperre ein konsequentes Classic-Signal mit einem ungewöhnlich hohen Preis für vielseitige Spieler.

Den technischen Hintergrund erklären wir ausführlich in unserer Analyse des Megarealm-Systems. Wie Regionen und gemeinsame Auktionshäuser getrennt werden, zeigt außerdem unser Beitrag „Realmless, aber nicht regionlos“.

Quellen und Prüfstand

Geprüft am 19. September 2026. Die Fraktionssperre stammt aus einem Entwicklerinterview; die laufende Debatte dient ausschließlich als Community-Kontext.