Zehner- und Zwanzigergruppen sollen sich in WoW Forever dauerhaft auf neue Schlachtzüge verlassen können. Im Beta-Special erklärt Lead Encounter Designer Michael Nuthals, dass Blizzard diese Größen über Inhaltsupdates hinweg verlässlich bedienen will. Dazu kommen mehr als 20 neue Bosse, erste Mechanikhinweise und ein vorsichtiger Ausblick auf den Geschmolzenen Kern.
Das Wichtigste in Kürze
- Erste Raidstaffel: Tiefengrabhügel für zehn, Hyjalgipfel für 20 und Onyxias Hort für 40 Spieler.
- Neue Zusage: Zehner- und Zwanzigerinhalte sollen über kommende Updates hinweg beständig angeboten werden.
- Umfang: Die zwei neuen Schlachtzüge enthalten zusammen mehr als 20 neue Bosse. Onyxia zählt nicht zu dieser Zahl.
- Schwierigkeit: überschaubare Mechaniken, Vorbereitung und Zusammenarbeit statt immer höherer Komplexität.
- Termin: Die veröffentlichte Planung nennt den 9. Dezember für die neuen Schlachtzüge. Das ist nicht der Spielstart am 5. November.
Warum feste Raidgrößen eine Zusage an eure Gilde sind
Die Größen der ersten Schlachtzüge sind bereits bekannt. Die weitergehende Aussage aus Folge 5 betrifft die Planungssicherheit: Wer eine feste Gruppe mit zehn Leuten aufbaut, soll auch in späteren Updates passende Inhalte vorfinden. Zwei solcher Gruppen können sich für einen Zwanziger zusammenschließen. Blizzard will die erforderlichen Gruppengrößen nicht bei jeder neuen Inhaltsstufe neu mischen.
Das ist eine Entwicklungsabsicht für das fortlaufende Spiel. Nuthals kündigt damit weder für jeden Patch exakt dieselbe Anzahl an Raids an noch einen einheitlichen flexiblen Schwierigkeitsmodus. Auch zusätzliche Inhalte anderer Größen sind durch diese Aussage nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Für Gilden ist die klare Priorität trotzdem relevant: Die soziale Gruppe soll nicht ständig an einen neuen Organisationsmaßstab angepasst werden müssen.
| Schlachtzug | Gruppengröße | Einordnung |
|---|---|---|
| Tiefengrabhügel (Barrow Deeps) | 10 Spieler | Neuer Schlachtzug |
| Hyjalgipfel (Hyjal Summit) | 20 Spieler | Neuer Schlachtzug |
| Onyxias Hort (Onyxia’s Lair) | 40 Spieler | Bewusster Rückgriff auf die große Classic-Gruppe |
Die zwei neuen Instanzen bringen zusammen mehr als 20 neue Bosse. Als die Zahl im Gespräch zunächst mit 20 angegeben wird, korrigiert das Team ausdrücklich nach oben. Eine vollständige Liste mit allen Namen, Beutetabellen oder Einzelzahlen pro Schlachtzug liefert die Folge nicht.
Freunde mitnehmen und trotzdem etwas lernen müssen
Nuthals beschreibt das Ziel als gemeinschaftlichen Raidabend, für den man sich vorbereitet, ohne daraus eine Prüfung mit immer mehr ineinandergreifenden Mechaniken zu machen. Dungeon-Ausrüstung, Tränke und gegebenenfalls Fläschchen sollen euch in eine gute Ausgangslage bringen. Im Kampf gilt es dann etwa, eine Gegnerreihenfolge zu verstehen oder gemeinsam eine passende Taktik zu entwickeln.
Greenfield ordnet zusätzliche Verbrauchsgüter als Möglichkeit ein, sich besonders gut vorzubereiten. Die Folge behauptet ausdrücklich nicht, dass ihr jede verfügbare Verstärkung benötigt, um einen Boss zu besiegen. Das unterscheidet eine hilfreiche Vorbereitung von einer verpflichtenden vollständigen Einkaufsliste. Mehr zum bestehenden System steht in unserem Artikel über stapelbare Verbrauchsgüter.
Zugänglich bedeutet dabei nicht ungefährlich. Greenfield nennt als Classic-Merkmal eine leicht verständliche Regel, deren Missachtung den einzelnen Spieler sofort töten kann. Eine falsche Position oder ein übersehener Effekt muss nicht automatisch den gesamten Schlachtzug auslöschen, kann für die betroffene Person aber sehr wohl das Ende bedeuten. Wie hart die neuen Bosse tatsächlich ausfallen, ist ohne öffentlichen Raidtest noch offen.
Erst die Kreatur, dann die Mechanik
Am Anfang eines neuen Bosses steht für Nuthals die Frage, was dieses Wesen eigentlich ist. Lebensraum, Erscheinung und Geschichte sollen die Fähigkeiten plausibel machen. Erst daraus entstehen konkrete Abläufe, etwa ein wechselnder Schwächungseffekt, ein Schalter oder eine zusätzliche Gegnergruppe.
Danach sucht das Team nach Gelegenheiten für Klassenfähigkeiten: Flüche entfernen, Gegner kontrollieren und auf besondere Situationen reagieren. Solche Werkzeuge sollen auch im Schlachtzug einen klaren Zweck haben. Die Mechaniken werden intern aufgebaut, durch die Qualitätssicherung gespielt, diskutiert und überarbeitet. Eine einzelne kompliziertere Aufgabe ist dabei nicht automatisch ausgeschlossen. Bewertet wird der ganze Kampf, statt bloß Mechaniken zu zählen.
Kleine Mechanikspoiler zu den neuen Bossen
Wer möglichst unvorbereitet in die Schlachtzüge gehen möchte, sollte den folgenden Abschnitt überspringen. Nuthals nennt keine vollständigen Taktiken, verrät aber mehrere Ansätze:
- Tiefengrabhügel: Ein Kampf dreht sich um einen Stärkungseffekt, mit dem ihr mehr Schaden verursacht, dabei aber ein Risiko für euer Überleben eingeht.
- Ebenfalls Tiefengrabhügel: Ein anderer Kampf umfasst ein Paar Spinnen. Mehr zu ihren konkreten Regeln verrät das Team nicht.
- Hyjalgipfel: Bei einem untoten, an eine Wildgottheit erinnernden Wesen wechselt der Kampf zwischen dem Körper und dem Geist, der ihn besetzt.
- Weiterer Ausblick: Nuthals erwähnt für Hyjal einen Kampf mit einem Körperhorror-Motiv. Aus dem Gespräch lässt sich keine vollständige Bossbeschreibung ableiten.
Einige Bossnamen können laut Gespräch bereits im Vermächtnissystem auftauchen. Das Team liest diese Liste jedoch nicht vor. Die im Podcast beschriebenen Mechaniken sind deshalb kein Anlass, ungesicherte Namen oder Beutegegenstände nachzutragen.
Der Geschmolzene Kern soll nicht einfach der alte bleiben
Corbett fragt, ob die neuen Begegnungen später auf einen unveränderten Geschmolzenen Kern treffen werden. Eine ausführliche Antwort vertagt Blizzard. Greenfield deutet jedoch an, dass Golemagg voraussichtlich mehr verlangt, als einfach auf der Stelle zu tanken und Schaden zu verursachen. Das Team verweist außerdem auf die bereits benutzten Begriffe einer Überarbeitung beziehungsweise Neuinterpretation.
Damit ist die Richtung deutlicher geworden. Konkrete neue Fähigkeiten, eine Gruppengröße, eine Beuteliste oder einen Termin für diese Fassung kündigt die Folge nicht an. Der Geschmolzene Kern gehört insbesondere nicht zu den drei im Gespräch genannten Schlachtzügen der ersten Raidstaffel.
Neue Abenteuer sollen wie eine Fortsetzung von 2004 wirken
Für die Entwicklung spielte das Begegnungsteam zunächst viel Classic auf internen Era-Clients. Neue Dungeons sollten neben den alten glaubwürdig wirken, als hätten sie schon damals entstehen können. Nuthals vergleicht den Weg durch eine Instanz mit einem geleiteten Rollenspielabenteuer: Vor einer verschlossenen Tür könnten ein Schurke, eine passende Sprengladung oder ein anderswo gefundener Schlüssel helfen.
Das sind Beispiele für eine Designhaltung, keine bestätigte Liste neuer Türmechaniken für jeden Dungeon. Bestehende Inhalte sollen zunächst ergänzt und vertraute Erinnerungen bewahrt werden. Kleinere Änderungen durch Quests oder zusätzliche Ziele bleiben möglich. Ein pauschaler kompletter Neubau aller bekannten Dungeonbosse wird nicht angekündigt.
Kommunikation soll auch ohne Sprachchat möglich bleiben
Neue Kämpfe müssen gemeinsam entschlüsselt werden. Nuthals und Greenfield erwarten deshalb Absprachen, verlangen in der Folge aber keinen pauschalen Discord-Zwang. Pings, Text-zu-Sprache und Sprache-zu-Text sollen unterschiedliche Möglichkeiten bieten, auch mit Einschränkungen zusammenzuspielen. Gerade während der ersten Versuche kann direkte Kommunikation trotzdem helfen.
Zum Schluss deutet Nuthals weitere Inhalte bei bereits entdeckten Häusern, Herrenhäusern und versteckten Instanzportalen an. Daraus ergibt sich noch kein offiziell benannter neuer Schlachtzug und kein bestätigter Karazhan-Termin. Die konkrete spätere Inhaltsplanung bleibt offen.
Unsere Einordnung
Der stärkste neue Punkt ist die Verlässlichkeit der Gruppengrößen. Wer zehn Freunde zusammenbringt, soll damit eine dauerhafte Basis schaffen können. Das ist für ein auf lange Zeit angelegtes Spiel wichtiger als ein einzelner spektakulärer Boss.
Die beschriebenen Kämpfe verbinden einfache Grundideen mit Entscheidungen und Klassenwerkzeugen. Ob daraus der gewünschte entspannte, aber fordernde Raidabend entsteht, lässt sich erst nach der Freischaltung beurteilen. Die ersten Wochen neuer Begegnungen sollten zudem nicht mit jahrzehntelang gelösten Classic-Raids verwechselt werden.
Zum Hintergrund: Warum der Tiefengrabhügel für das Team ein besonderer Warcraft-III-Schauplatz ist.
Die Frage an die Community
Was passt besser zu eurer festen Gruppe: zehn Spieler, 20 Spieler oder der große Abend mit 40 Leuten?
Diskutiert mit uns im Classic+ Deutschland Discord.
Quellen und Prüfstand
Geprüft am 23. Oktober 2026. Englische Raidnamen wurden mit Blizzards deutscher Fassung abgeglichen. Entwicklungsziele sind keine nachträgliche Bewertung noch ungeprüfter Kämpfe.