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Analyse + Bestätigt

Braucht Blizzard noch WoW 2? Forever soll genau diese Lücke schließen

Blizzard erklärt, warum ein kompletter Neustart als WoW 2 wenig Mehrwert bieten könnte. WoW Forever übernimmt bereits viele Funktionen eines Nachfolgers.

WoW Forever modernisiert die alte Welt, lässt alle Spieler gemeinsam neu beginnen und öffnet die Geschichte für einen anderen Verlauf. Damit übernimmt das Projekt auffällig viele Aufgaben, die Fans sonst von einem WoW 2 erwarten würden. Blizzard hält einen vollständigen Neustart deshalb für immer schwerer zu begründen.

Kurz zusammengefasst

  • Principal Designer Kris Zierhut bezeichnet einen direkten WoW-Nachfolger als unwahrscheinlich.
  • Blizzard will 25 Jahre Entwicklung an Welt, Engine und Servertechnik nicht wegwerfen.
  • Forever kombiniert einen gemeinsamen Neustart mit moderner Grafik- und Infrastrukturtechnik.
  • Die Geschichte kann vom ursprünglichen Azeroth aus neu und anders weitererzählt werden.
  • Eine offizielle, endgültige Absage an ein Spiel namens WoW 2 ist das Interview nicht.

Warum alles wegwerfen und neu anfangen?

Im Gespräch mit IGN verwies Principal Designer Kris Zierhut auf die über Jahrzehnte gewachsene Grundlage von World of Warcraft. Welt, Design, Rendering, Beleuchtung, Server und Kampfsystem wurden fortlaufend weiterentwickelt. Aus Sicht des Entwicklers stellt sich deshalb die Frage, warum Blizzard diese Basis für einen nummerierten Nachfolger aufgeben sollte.

Zierhut formuliert die strategische Kernfrage ungewöhnlich direkt: Welchen Nutzen könnte ein WoW 2 bieten, den WoW Forever nicht bereits liefert? Damit erklärt Blizzard Forever nicht offiziell zum Nachfolger. Das Projekt besetzt aber bewusst denselben Raum.

Ein Neustart ohne neue technische Insel

Ein WoW 2 müsste nicht zwangsläufig jede Zeile Technik neu schreiben. In der öffentlichen Vorstellung steht die Zahl Zwei dennoch für einen harten Schnitt: neue Charaktere, neue Regeln, womöglich eine neue Welt und eine getrennte Infrastruktur.

Forever erreicht einen vergleichbaren Einstieg auf anderem Weg. Alle beginnen wieder auf Stufe 1, die Welt erhält neue Beleuchtung, Wasser-, Nebel- und Renderingtechnik, und bekannte Orte werden erweitert. Gleichzeitig bleibt das Spiel im technischen und sozialen Ökosystem von World of Warcraft.

Die Geschichte darf noch einmal abbiegen

Auch erzählerisch schafft Forever einen Neustart. Das Spiel beginnt im frühen Jahr 1, bevor spätere Erweiterungen den bekannten Verlauf festschrieben. Die eigene Zeitblase von WoW Forever kann vorhandene Figuren und Konflikte aufgreifen, ohne jede spätere Wendung erneut erreichen zu müssen.

Blizzard behält damit die vertraute Welt, gewinnt aber einen Teil der kreativen Freiheit eines Nachfolgers. Alte Regionen können ergänzt, unvollendete Geschichten aufgenommen und Entscheidungen anders ausgespielt werden.

Forever ersetzt das moderne WoW nicht

Die Aussagen bedeuten nicht, dass Retail endet. Blizzard beschreibt Forever als dauerhaftes Zuhause neben dem modernen und klassischen WoW. Beide Spielrichtungen dürfen unterschiedliche Vorstellungen von Fortschritt, Erzähltempo und Weltgestaltung bedienen.

Gerade diese parallele Struktur macht einen klassischen Nachfolger weniger zwingend. Statt Millionen bestehender Charaktere und Inhalte in ein neues Produkt zu zwingen, kann Blizzard innerhalb derselben Marke mehrere dauerhafte Wege anbieten.

Keine offizielle Absage an WoW 2

Zierhut spricht über Wahrscheinlichkeit und Nutzen, nicht über einen für alle Zeiten gefassten Konzernbeschluss. Blizzard könnte seine Strategie später ändern. Ein Projekt mit dem Titel World of Warcraft 2 wurde in diesem Zusammenhang aber weder angekündigt noch als notwendig dargestellt.

Interessant ist der Rückblick: Noch vor der BlizzCon ordnete Chefdataminer Stiven Project Camelot eher als neue WoW-Erweiterung beziehungsweise Version denn als echtes WoW 2 ein. Unsere damalige Auswertung dieser These lässt sich nun mit einer offiziellen Entwicklerperspektive vergleichen.

Unsere Einordnung

Forever übernimmt die Funktion eines Nachfolgers, ohne so zu heißen: gemeinsamer Neustart, modernisierte Technik, neue Geschichte und langfristige Entwicklung. Solange Blizzard diese vier Versprechen erfüllt, wäre eine Zwei im Namen vor allem ein stärkerer Bruch, aber nicht automatisch das modernere Spiel.

Was bleibt offen?

  • Wie lange entwickelt Blizzard Retail, Classic und Forever parallel?
  • Welche moderne Technik kann Forever übernehmen, ohne seinen Stil zu verlieren?
  • Bleibt die Spielerschaft zwischen den Versionen stabil oder verschiebt Forever das Gleichgewicht?
  • Kann Forever langfristig denselben großen Neustartmoment wie ein nummerierter Nachfolger erzeugen?

Quellen

Geprüft am 17. September 2026.