Project Camelot könnte Classic+ sein, bestätigt ist es noch nicht
Kaum ein Begriff hat die Diskussion über die Zukunft von World of Warcraft Classic zuletzt so stark angeheizt wie Project Camelot.
Die größere Beweiskette findest du in unserem Beitrag warum wir an ein neues Classic-Projekt glauben.
Seit Juni 2026 taucht der Name regelmäßig gemeinsam mit Classic+ auf. In sozialen Netzwerken, Foren und Videos wird teilweise bereits darüber gesprochen, als hätte Blizzard das Projekt offiziell angekündigt.
Das ist bisher nicht der Fall.
Project Camelot ist als Bezeichnung in Blizzards technischer Infrastruktur aufgetaucht. Dass es sich dabei tatsächlich um WoW Classic+ handelt, ist jedoch weiterhin eine Interpretation.
Eine inzwischen durchaus nachvollziehbare Interpretation, aber noch keine offizielle Bestätigung.
Wir trennen deshalb klar zwischen dem, was tatsächlich gefunden wurde, dem, was daraus geschlossen werden kann, und den Dingen, die bisher ausschließlich aus Gerüchten bestehen.
Was wurde zu Project Camelot gefunden?
Am 16. Juni 2026 berichtete Wowhead über Einträge für ein Produkt mit der Bezeichnung „World of Warcraft Camelot“.
In den gefundenen Daten erschienen außerdem eine Heroic- und eine Epic-Variante. Die Einträge wurden mit einer internen WoW-Version in Verbindung gebracht, die bereits seit Oktober 2025 auf Blizzards Servern beobachtet wird.
Quelle: Wowhead: Dataminers May Have Uncovered the Next Iteration of WoW Classic
Besonders interessant ist dabei die Versionsnummer 1.60.0.
Blizzard verwendet für seine verschiedenen Classic-Versionen eigene Versionszweige. WoW Classic startete technisch mit 1.13, Season of Mastery mit 1.14 und Season of Discovery mit 1.15.
Der Sprung auf 1.60 fällt deshalb deutlich aus dem bisherigen Muster.
Da die Versionsnummer weiterhin mit einer Eins beginnt, spricht sie technisch für ein Projekt, das im ursprünglichen Vanilla-Unterbau angesiedelt ist. Welche Inhalte dieser Client enthält, lässt sich daraus allerdings nicht ablesen.
Quelle: Wowhead: Mysterious New Vanilla Patch 1.60.0
Wichtig ist außerdem eine häufige Verwechslung:
Die interne Version 1.60.0 ist nicht mit dem historischen Vanilla-Patch 1.6.0 gleichzusetzen.
Es handelt sich nicht automatisch um einen alten Patchstand aus dem Jahr 2005. Die Schreibweise gehört zum heutigen Classic-Client und dessen interner Entwicklung.
Was bedeuten Heroic und Epic?
Die gefundenen Bezeichnungen Heroic und Epic klingen zunächst nach unterschiedlichen Verkaufsversionen.
Vergleichbare Namen verwendet Blizzard unter anderem für Erweiterungspakete, digitale Extras und Sammlerangebote.
Mehr lässt sich daraus bisher nicht sicher ableiten.
Es ist nicht bestätigt, dass Classic+ separat gekauft werden muss. Ebenso wenig ist bekannt, ob die Einträge für kosmetische Gegenstände, Spielzeit, Charakteraufwertungen, einen möglichen Frühzugang oder lediglich interne Testlizenzen stehen.
Die Daten zeigen, dass Blizzard unterschiedliche Produktberechtigungen für Camelot vorbereitet oder zumindest technisch angelegt hat.
Sie verraten nicht, welche Leistungen später damit verbunden sein könnten.
Gerade an diesem Punkt sollten wir vorsichtig bleiben. Aus zwei Lizenznamen direkt einen kostenpflichtigen Early Access oder mehrere Verkaufseditionen abzuleiten, wäre aktuell reine Spekulation.
Warum wird Camelot mit Classic+ verbunden?
Project Camelot wäre für sich allein bereits auffällig.
Seine eigentliche Bedeutung entsteht jedoch vor allem durch den zeitlichen Zusammenhang mit mehreren anderen Entwicklungen.
Im Mai 2025 erklärte das WoW-Classic-Team, dass Season of Discovery den großen Bedarf an neuen Erlebnissen in der ursprünglichen Welt von Azeroth bewiesen habe.
Gleichzeitig wurde angekündigt, die aktive Entwicklung von Season of Discovery zu verlangsamen und an einem neuen großen Projekt im Designraum des ursprünglichen World of Warcraft zu arbeiten.
Blizzard sprach dabei von großen Plänen, großen Ambitionen und von Erkenntnissen aus Season of Discovery, die in die langfristige Zukunft von WoW Classic einfließen sollen.
Quelle: Blizzard-Forum: Update from the WoW Classic Team
Im Oktober 2025 wurde dann erstmals die ungewöhnliche Version 1.60.0 entdeckt.
Im Januar 2026 versprach Blizzard beim State of Azeroth, dass die bisher angekündigten Classic-Inhalte noch nicht alles seien.
Classic-Spieler auf der ganzen Welt hätten viel, worauf sie sich freuen könnten. Weitere Informationen sollten zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
Quelle: Blizzard: State of Azeroth Recap
Im Mai 2026 reisten außerdem mehrere bekannte WoW-Classic-Content-Creator zu einem nicht öffentlich erklärten Termin auf den Blizzard-Campus.
Berichten zufolge standen die Teilnehmer unter einer Vertraulichkeitsvereinbarung. Genannt wurden unter anderem Xaryu, Esfand, Guzu, Savix und Sodapoppin.
Was ihnen gezeigt wurde, ist nicht bekannt.
Quelle: GamesRadar: WoW Streamers Attend Secret Blizzard Event
Einen Monat später wurde der Name World of Warcraft Camelot entdeckt.
Jeder dieser Punkte lässt sich einzeln auch anders erklären.
Zusammengenommen ergibt sich jedoch ein deutliches Muster:
Blizzard entwickelt ein größeres Projekt auf Basis des ursprünglichen WoW, besitzt dafür einen eigenen internen Client-Zweig und bereitet offenbar Produktberechtigungen vor.
Gleichzeitig hält das Unternehmen Details bewusst zurück, während die BlizzCon 2026 näher rückt.
Ist Project Camelot definitiv WoW Classic+?
Nein.
Project Camelot könnte theoretisch auch eine neue Season, ein stark verändertes Classic-Experiment oder eine andere Form von Vanilla-Projekt sein.
Selbst eine komplett neue Interpretation von WoW Classic kann momentan nicht ausgeschlossen werden.
Die Verbindung zu Classic+ ist dennoch wesentlich stärker als bei früheren Gerüchten.
Dafür sprechen vor allem drei Punkte.
Der technische Vanilla-Unterbau
Camelot wird mit einem 1.x-Client in Verbindung gebracht. Das grenzt die möglichen Projekte deutlich ein.
Blizzards eigenes Versprechen
Das Classic-Team arbeitet nach eigener Aussage an einem neuen großen Projekt im ursprünglichen WoW-Designraum.
Das ist keine Formulierung aus einem Leak, sondern eine offizielle Aussage.
Der Zeitpunkt
Die Funde erscheinen wenige Monate vor der ersten BlizzCon seit 2023.
Die Veranstaltung findet am 12. und 13. September 2026 in Anaheim statt.
Eine große Präsentation zur Zukunft von Classic wäre dort naheliegend, ist bisher aber nicht offiziell bestätigt.
Quelle: Offizielle BlizzCon-Seite
Was wissen wir noch nicht?
Über die eigentlichen Spielinhalte ist bislang praktisch nichts belegt.
Es gibt keine bestätigten Informationen über:
- neue Gebiete
- neue Dungeons oder Schlachtzüge
- ein mögliches alternatives Azeroth
- Klassenänderungen
- neue Völker oder Klassen
- eine Erhöhung der maximalen Stufe
- Charaktertransfers
- einen Betatest
- einen Veröffentlichungstermin
- zusätzliche Kosten
- einen möglichen Frühzugang
- die langfristige Serverstruktur
- die Verbindung zu Season of Discovery
- eine Veröffentlichung auf Konsolen oder im Game Pass
Im Internet kursieren bereits angebliche Inhaltslisten mit Todesrittern, Karazhan, den Todesminen, neuen Fraktionskombinationen und veränderten Klassen.
Für diese Behauptungen gibt es bisher keine belastbare Bestätigung.
Sie sollten nicht als Teil des bekannten Camelot-Projekts dargestellt werden.
Wie glaubwürdig ist die angebliche Blizzard-Roadmap?
Nach dem Camelot-Fund tauchte erneut ein Bild auf, das angeblich eine interne Warcraft-Planung bis zum Jahr 2030 zeigt.
Das Dokument war nachweisbar bereits im August 2025 im Umlauf und nannte schon damals ein Classic-Projekt mit dem Namen Camelot.
Das ist ungewöhnlich, weil der Name erst viele Monate später durch Datamining größere Bekanntheit erlangte.
Genau dieser zeitliche Vorsprung macht das Dokument interessanter als einen gewöhnlichen, nachträglich erstellten Leak.
Quelle: Icy Veins: Leaked Blizzard Timeline and Camelot
Trotzdem bleibt die Roadmap unbestätigt.
Selbst ein echtes internes Planungsdokument würde keine Garantie dafür liefern, dass alle darin genannten Projekte, Namen und Termine unverändert geblieben sind.
Entwicklungspläne können verschoben, umbenannt oder vollständig verworfen werden.
Die dort genannte Veröffentlichung von Camelot im dritten Quartal 2026 sollte deshalb nicht als bestätigter Release-Termin übernommen werden.
Unsere aktuelle Einschätzung
Project Camelot ist kein frei erfundener Community-Name.
Die Bezeichnung wurde in Verbindung mit Blizzards Systemen und einem ungewöhnlichen Classic-Client gefunden.
Was wir daraus noch nicht machen dürfen, ist eine offizielle Classic+ Ankündigung.
Unsere Einschätzung lautet:
Blizzard arbeitet nachweislich an einem größeren Projekt im Umfeld des ursprünglichen World of Warcraft.
Project Camelot ist aktuell der wahrscheinlichste technische Name für dieses Projekt.
Dass daraus eine dauerhafte Classic+ Version mit neuen Inhalten entsteht, ist plausibel und mittlerweile durch mehrere voneinander unabhängige Hinweise gestützt.
Bestätigt ist Classic+ trotzdem erst dann, wenn Blizzard selbst den Namen, das Spielkonzept und die geplanten Inhalte vorstellt.
Bis dahin bleibt Camelot der stärkste Hinweis, aber nicht die endgültige Antwort.
Häufige Fragen zu Project Camelot
Hat Blizzard Project Camelot offiziell angekündigt?
Nein. Blizzard hat weder Project Camelot noch WoW Classic+ offiziell als Produkt vorgestellt.
Ist Project Camelot ein Codename?
Das ist wahrscheinlich, aber nicht bestätigt. Der Name könnte intern genutzt werden und sich bis zur Veröffentlichung noch ändern.
Kommt Project Camelot zur BlizzCon 2026?
Eine Vorstellung auf der BlizzCon 2026 gilt als naheliegend.
Blizzard hat bisher jedoch kein entsprechendes Panel und keine Camelot-Präsentation angekündigt.
Erscheint Classic+ noch 2026?
Dafür gibt es keine bestätigte Angabe.
Eine angebliche Roadmap nennt das dritte Quartal 2026, ihre Echtheit und Aktualität sind jedoch ungeklärt.
Wird Classic+ separat verkauft?
Die gefundenen Heroic- und Epic-Einträge könnten auf Produktpakete hindeuten.
Ob ein Kauf notwendig wird oder ob Classic+ Teil des normalen WoW-Abonnements bleibt, ist unbekannt.
Als Nächstes: Alle Hinweise auf Classic+ in zeitlicher Reihenfolge