Blizzard lässt offen, was nach Burning Crusade Classic Anniversary folgt. Kurz nach Schwarzem Tempel und Hyjal beginnt die BlizzCon. Der BootyBay Stammtisch greift deshalb eine starke Community-Theorie auf: Könnte Nordend langfristig Teil eines möglichen Classic+ werden? Belege dafür gibt es nicht.
Genau deshalb lohnt sich eine saubere Einordnung. Nicht als Leak und nicht als versteckte Ankündigung, sondern als Gedankenexperiment über die Zukunft von WoW Classic+. Denn selbst wenn Blizzard diesen Weg niemals einschlägt, zeigt die Nordend-Theorie, wie viel größer das Potenzial von Classic+ sein könnte als ein zusätzlicher Raid oder ein paar neue Quests.
Kurz zusammengefasst
- Ursprung: Die Theorie stammt aus der Community und wurde im BootyBay Stammtisch #15 ausführlich diskutiert. Sie ist keine Blizzard-Aussage.
- Bestätigt: Blizzard hat für die normalen Anniversary-Realms nur den Fortschritt von Classic zu Burning Crusade Classic zugesagt. Ein anschließendes WotLK Anniversary ist bislang nicht angekündigt.
- Interessantes Timing: Schwarzer Tempel und Hyjal öffnen am 28. August 2026, nur gut zwei Wochen vor der BlizzCon am 12. und 13. September.
- Unsere Einordnung: Der offene Fahrplan macht eine große Ankündigung denkbar. Er beweist weder Classic+ noch Nordend als Teil davon.
- Unser größtes Gedankenspiel: Blizzard könnte die Aufmerksamkeit rund um Nordend, ein mögliches Classic+ und eine neue Warcraft-Serie oder einen Film in einem einzigen Moment bündeln. Was eine Bildschirmproduktion erzählt, ist für diese These nicht entscheidend. Uns liegt für eine solche Verbindung kein belastbarer offizieller Hinweis vor.
Die Nordend-Theorie in einem Satz
Statt die Anniversary-Realms nach Burning Crusade ein weiteres Mal durch die bekannte WotLK-Abfolge zu schicken, könnte Blizzard die Geschichte an einem anderen Punkt aufbrechen und Nordend langfristig als neu interpretierten Teil eines Classic+ verwenden.
Wichtig ist das Wort langfristig. Im Podcast geht es nicht zwingend um ein Classic+, das startet und die Spieler sofort vor Arthas stellt. Denkbar wäre zunächst ein Ausbau von Kalimdor und den Östlichen Königreichen. Später könnte eine veränderte Bedrohung aus dem Norden zum großen gemeinsamen Ziel werden. Nordend wäre dann kein unverändertes WotLK mit denselben Phasen, sondern ein vertrauter Kontinent in einer anderen Classic-Zeitlinie.
Der BootyBay Stammtisch beginnt die Nordend-Diskussion in Folge 15 ab Minute 43:39. Zu Beginn des Kapitels nennt die Runde Community-Mitglied Peppy aus dem Discord als Urheber des Gedankens. Props an den Stammtisch, weil die Runde die Idee nicht als vermeintliches Insiderwissen verkauft, sondern ihre Chancen, Probleme und offenen Lore-Fragen hörbar gegeneinander stellt.
Unsere Video-Einordnung
Die stärkste Leistung der Diskussion ist nicht eine angebliche Vorhersage. Sie stellt die richtige Produktfrage: Soll Classic seine bekannten Erweiterungen nur erneut ablaufen oder darf daraus irgendwann eine zweite, bewusst anders erzählte Warcraft-Zeitlinie entstehen?
Die echte Lücke im offiziellen Fahrplan
Blizzard eröffnete die Realms der WoW Classic 20th Anniversary Edition am 21. November 2024. Schon damals stand fest, dass die normalen PvE- und PvP-Realms später zu Burning Crusade Classic fortschreiten. Der weltweite Start erfolgte am 5. Februar 2026 nach Blizzards globaler Datumsangabe. In Deutschland öffnete das Portal in der Nacht zum 6. Februar. Mehr wurde für diesen Realm-Zweig offiziell nicht versprochen.
Das bedeutet nicht, dass WotLK ausfällt. Es bedeutet nur, dass der Weg nach der Scherbenwelt öffentlich noch offen ist. Blizzard könnte WotLK Anniversary später ganz normal ankündigen. Das Unternehmen könnte WotLK und ein neues Classic-Projekt parallel betreiben. Oder es könnte tatsächlich einen überraschenden Abzweig planen. Von außen lässt sich zwischen diesen Möglichkeiten derzeit nicht entscheiden.
Einen zusätzlichen Resonanzboden liefert Blizzards Zusammenfassung zur Lage Azeroths vom 29. Januar 2026. Dort nannte das Unternehmen Mists of Pandaria Classic, Burning Crusade Classic Anniversary und Titan Reforged in China. Gleichzeitig stellte Blizzard weitere Neuigkeiten für Classic-Spieler weltweit in Aussicht, ohne das Projekt zu benennen. Das passt zu unserer laufend aktualisierten Classic+ Timeline, ist aber auch weiterhin keine Bestätigung für Project Camelot, Classic+ oder Nordend.
Kommt WotLK Anniversary wirklich im gleichen Rhythmus?
Hier braucht die besonders reizvolle Theorie einen nüchternen Faktencheck. Die grobe Reihenfolge wiederholt sich, der zeitliche Abstand aber nicht exakt.
Für den Vergleich verwenden wir Blizzards globale Veröffentlichungsdaten. Wegen der gleichzeitigen weltweiten Starts lag der Kalender in Deutschland teilweise bereits einen Tag weiter.
| Fortschritt | Zeitraum | Abstand |
|---|---|---|
| WoW Classic zu Burning Crusade Classic | 26. August 2019 bis 1. Juni 2021 | 645 Tage |
| Burning Crusade Classic zu WotLK Classic | 1. Juni 2021 bis 26. September 2022 | 482 Tage |
| Classic Anniversary zu BCC Anniversary | 21. November 2024 bis 5. Februar 2026 | 441 Tage |
Überträgt man nur die beiden jüngeren Abstände auf Burning Crusade Classic Anniversary, läge ein hypothetischer WotLK-Start grob zwischen dem 22. April und dem 2. Juni 2027. Das ist eine Rechenübung, kein Veröffentlichungsfenster. Sie zeigt vor allem: Im September 2026 müsste WotLK Anniversary nicht bereits erscheinen, damit der bisherige Ablauf grundsätzlich weitergeführt werden kann.
Spannend bleibt die BlizzCon trotzdem. Beim ursprünglichen Burning Crusade Classic öffnete der Schwarze Tempel am 27. Januar 2022. WotLK Classic wurde 82 Tage später, am 19. April, angekündigt. Im Anniversary-Zyklus startet der Schwarze Tempel am 28. August 2026. Nur 15 Tage später beginnt die BlizzCon. Das ist nicht derselbe Rhythmus, aber ein plausibler Zeitpunkt, um den Spielern zu erklären, wohin ihre Reise nach der Scherbenwelt führt.
Alle bestätigten Termine und neue Programmpunkte sammeln wir unabhängig von dieser Theorie in unserem BlizzCon 2026 Tracker.
Warum ein Nordend-Abzweig maximalen Hype auslösen könnte
Arthas und Nordend gehören zu den bekanntesten Motiven der gesamten Warcraft-Geschichte. Blizzard könnte mit wenigen Bildern sofort eine große gemeinsame Erinnerung auslösen. Gleichzeitig wäre ein verändertes Nordend neu genug, um nicht nur von Nostalgie zu leben. Genau diese Mischung aus Wiedererkennen und Entdecken beschreibt für viele Spieler den Reiz von Classic+.
Die Zahlen lügen nicht: WotLK war WoWs größter Moment
Nordend ist nicht nur wegen Arthas ein starker Schauplatz. Die WotLK-Ära markiert den historisch dokumentierten Höhepunkt von World of Warcraft. Blizzard meldete im Oktober 2010 mehr als zwölf Millionen Abonnenten weltweit. Der Meilenstein wurde kurz nach dem chinesischen Start von Wrath of the Lich King erreicht. Außerdem war WotLK laut der damaligen Unternehmensmeldung das meistverkaufte PC-Spiel des Jahres 2008.
Diese Zahlen belegen nicht, dass heute automatisch wieder zwölf Millionen Menschen für Nordend zurückkehren würden. Sie zeigen aber, wie groß die Erinnerung und das wirtschaftliche Gewicht dieser Ära sind. Wenn Warcraft im MMO-Bereich weiter das Maß der Dinge sein will, kann Blizzard diesen Hebel kaum ignorieren. Die eigentliche Kunst wäre, WotLK nicht einfach ein weiteres Mal abzuspulen, sondern seine Zugkraft für den nächsten großen Warcraft-Moment zu nutzen.
Hinzu kommt ein praktisches Problem jeder möglichen Classic+ Veröffentlichung. Beginnt das Spiel wieder bei Stufe 1 und läuft danach unverändert durch Geschmolzenen Kern, Pechschwingenhort, Ahn’Qiraj und Naxxramas, warten viele Spieler womöglich ein Jahr oder länger auf Inhalte, die wirklich neu sind. Verändert Blizzard dagegen zu früh zu viel, fühlt sich das Projekt schnell wie eine weitere Saison statt wie ein dauerhaftes Classic an.
Eine große Bedrohung am Horizont könnte diese Lücke überbrücken. Neue Quests und Regionen in der alten Welt wären der Anfang. Erste Spuren der Geißel würden eine langfristige Richtung geben. Nordend könnte später als Versprechen dienen, ohne dass Blizzard zum Start bereits den gesamten Kontinent liefern müsste. Das wäre erzählerisch stark und aus Marketingsicht ein gewaltiger Haken.
Der maximale Warcraft-Hebel: mehrere Projekte, ein gemeinsamer Moment
Ab hier treiben wir das Gedankenspiel bewusst auf die Spitze. Uns liegt kein belastbarer Hinweis darauf vor, dass ein mögliches Classic+, Nordend und eine neue Warcraft-Produktion miteinander verbunden wären.
Und trotzdem zeigt gerade diese Vorstellung, wie Blizzard zwei oder sogar drei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnte. Ein WotLK-, Remix- oder Nordend-Ausblick aktiviert die gewaltige Erinnerung an Arthas. Ein mögliches Classic+ gibt der Classic-Community eine neue langfristige Perspektive. Eine Warcraft-Serie oder ein neuer Film öffnet die Marke gleichzeitig für ein größeres Publikum. Mehr gemeinsame Aufmerksamkeit könnte Warcraft in einem einzigen Augenblick kaum erzeugen.
Was eine mögliche Serie oder ein Film erzählt, ist für diese These vollkommen offen. Die Produktion müsste weder Arthas neu erzählen noch unmittelbar mit Classic+ verbunden sein. Entscheidend wäre der gebündelte Moment: Mehrere große Warcraft-Projekte würden sich gegenseitig verstärken, obwohl sie unterschiedliche Geschichten erzählen und verschiedene Zielgruppen ansprechen.
Ein WotLK Anniversary allein könnte bereits viele Spieler zurückholen. Der bekannte Ablauf ist verständlich, technisch erprobt und vergleichsweise sicher. Classic+ könnte diesen Effekt jedoch mit echter Neugier verbinden. Eine zusätzliche Film- oder Serienankündigung könnte Menschen erreichen, die den aktuellen Classic-Fahrplan gar nicht verfolgen. Gemeinsam könnten diese Projekte Abonnements, optionale Editionen, Merchandise und die Reichweite der gesamten Warcraft-Marke antreiben. Dass dieser Plan automatisch alle Verkaufsrekorde brechen würde, lässt sich natürlich nicht seriös versprechen.
Chris Metzens Rolle macht das Gedankenexperiment reizvoller, aber nicht wahrscheinlicher. Als Blizzard seine Rückkehr in die Warcraft-Führung bekannt gab, hieß es, sein Fokus liege zunächst auf World of Warcraft und solle später auf weitere Projekte innerhalb der wachsenden Marke ausgeweitet werden. Das passt grundsätzlich zu einer größeren Warcraft-Ausrichtung. Es ist jedoch kein versteckter Hinweis auf Classic+, Arthas, einen Film oder eine Serie.
Unsere Einordnung
Als gemeinsamer Warcraft-Moment wäre die Kombination kaum größer zu denken. Als Vorhersage ist sie besonders schwach, weil sie gleich mehrere unbestätigte Projekte miteinander verbindet. Genau deshalb gehört sie hierhin: als Möglichkeit, die das Potenzial der Nordend-Theorie sichtbar macht, nicht als angeblicher Plan von Blizzard.
Der größte Einwand kommt ausgerechnet aus Vanilla selbst. Das ursprüngliche WoW brauchte keinen einzelnen Bösewicht, der jede Zone und jede Geschichte dominierte. Ragnaros, Onyxia, C’Thun und Kel’Thuzad waren gewaltige Gegner, doch die eigentliche Hauptrolle spielte Azeroth. Kleine Konflikte, unbekannte Wege und die nächste Aufgabe hinter dem Hügel trugen die Welt. Richtet Blizzard Classic+ von Beginn an vollständig auf Arthas aus, könnte aus einer offenen Heldenreise schnell ein WotLK+ mit filmreifer Zielgerade werden.
Die große Classic+ Frage
Muss Blizzard Classic+, Nordend und eine neue Warcraft-Produktion überhaupt erzählerisch verbinden? Oder reicht ein gemeinsamer Ankündigungsmoment, während Classic+ selbst ein behutsam erweitertes Vanilla mit neuen Quests, kleineren Weltveränderungen und dem Weg als eigentlichem Abenteuer bleibt?
Vier Wege, die Blizzard tatsächlich offenstehen
| Mögliches Modell | Was es bedeuten würde | Stand heute |
|---|---|---|
| WotLK Anniversary | Die Anniversary-Realms folgen dem bekannten Weg bis Stufe 80 und spielen die bewährten WotLK-Phasen erneut. | Nicht angekündigt, aber technisch und wirtschaftlich naheliegend. |
| Zwei parallele Projekte | WotLK Anniversary läuft für Progressionsspieler, während Classic+ als eigener Modus eine neue Richtung einschlägt. | Plausibel, weil Blizzard bereits mehrere Classic-Varianten gleichzeitig betreibt. |
| Nordend als Teil von Classic+ | Der bekannte Fortschrittsweg wird aufgebrochen. Nordend erscheint später neu erzählt oder stark verändert. | Reine Community-Theorie ohne offiziellen Beleg. |
| WotLK+ oder Remix als Brücke | Blizzard verändert die bekannte Nordend-Progression mit einer neuen Abstimmung, anderen Systemen oder einer eigenen Remix-Struktur. Das könnte Zeit für die Entwicklung eines separaten Classic+ schaffen. | Für den Westen nicht angekündigt. Titan Reforged in China zeigt nur, dass bekannte Erweiterungsinhalte neu kombiniert werden können. |
Das Modell paralleler Projekte wird in vielen Spekulationen zu schnell vergessen. WotLK und Classic+ müssen kein Entweder-oder sein. Classic Era, Hardcore, saisonale Realms, Anniversary und die fortlaufenden Erweiterungsserver zeigen bereits, dass Blizzard unterschiedliche Zielgruppen parallel bedient. Ein weiteres Projekt würde Ressourcen kosten, ist organisatorisch aber kein Widerspruch.
Die vierte Route: WotLK+ als Brücke zu Classic+
Zwischen einem unveränderten WotLK Anniversary und einem sofort fertigen Classic+ liegt noch eine weitere Möglichkeit. Blizzard könnte Nordend im Westen zunächst als WotLK+, Remix oder anderes überarbeitetes Progressionsmodell zurückbringen.
Titan Reforged in China ist dafür keine Blaupause und kein Beleg für westliche Pläne. Das Projekt zeigt aber, dass vertraute Classic-Inhalte neu geordnet, skaliert und mit veränderten Systemen verbunden werden können. Eine westliche Variante müsste weder denselben Namen noch dieselben Regeln übernehmen.
Strategisch hätte dieser Weg einen großen Vorteil: Nordend und Arthas erzeugen kurzfristig Aufmerksamkeit, während das Classic-Team mehr Zeit für ein eigenständiges Classic+ mit neuen Zonen, Quests, Klassenarbeit und einer langfristigen Inhaltsstruktur gewinnt. Aus Spielersicht müsste Blizzard jedoch glasklar trennen. Ein Remix bekannter Inhalte wäre nicht automatisch das Classic+, das sich viele Fans als Fortsetzung von Vanilla vorstellen.
Wie ein anderes Nordend aussehen könnte
Ab hier betreten wir bewusst das Gedankenspiel. Nichts davon ist angekündigt oder durch Datamining belegt.
Die radikalste Variante aus der Podcast-Diskussion beginnt bereits vor der Scherbenwelt. Was geschieht, wenn sich das Dunkle Portal in einer eigenen Classic+ Zeitlinie nicht öffnet? Was, wenn Arthas‘ Geschichte anders verläuft, Frostgram nie auf dieselbe Weise in seine Hände fällt oder die Geißel unter einem anderen Gesicht zurückkehrt?
Nordend müsste in diesem Modell nicht das WotLK von 2008 sein. Bekannte Orte könnten früher, kleiner oder aus einer anderen Perspektive auftauchen. Ein Hafen im Heulenden Fjord wäre vielleicht zunächst nur ein gefährlicher Außenposten. Eine Expedition könnte Spieler über Monate hinweg auf den Kontinent vorbereiten. Arthas könnte als großes Versprechen im Hintergrund stehen, ohne dass die Geschichte direkt wieder in der Eiskronenzitadelle endet.
Der konservativere Weg wäre noch interessanter: Classic+ füllt zuerst die offenen Stellen von Kalimdor und den Östlichen Königreichen. Neue Dungeons, Klassenquests, lokale Konflikte und horizontale Belohnungen halten Stufe 60 lebendig. Erst viel später öffnet eine neue Kampagne den Weg nach Norden. Unser Beitrag über neue Abenteuer im alten Azeroth zeigt, warum gerade dieser langsame Aufbau für viele Spieler zum Classic-Gefühl passen würde. Welche Grundidee dabei bewahrt werden müsste, erklären wir außerdem in Was ist WoW Vanilla?.
Die stärksten Gegenargumente
- WotLK ist der sichere Weg: Blizzard hat die Erweiterung bereits technisch neu veröffentlicht. Ein Anniversary-Durchlauf wäre deutlich berechenbarer als ein neu gebautes Nordend.
- Burning Crusade ist noch lange nicht beendet: Zur BlizzCon sind Schwarzer Tempel und Hyjal gerade erst geöffnet. Bei einer vollständigen TBC-Abfolge lägen Zul’Aman und der Sonnenbrunnen zu diesem Zeitpunkt noch vor den Spielern.
- Schweigen ist kein Hinweis: Dass Blizzard WotLK Anniversary bislang nicht angekündigt hat, sagt nichts über eine Streichung oder einen Ersatz aus.
- Nordend ist nicht automatisch Classic+: Viele Spieler verstehen unter Classic+ zuerst neue Inhalte in Vanilla-Azeroth auf Stufe 60. Ein direkter Sprung zu Stufe 80 könnte eher wie WotLK+ wirken.
- Der Umfang wäre enorm: Eine alternative Zeitlinie, veränderte Zonen, neue Quests und eine eigene Endgame-Struktur verlangen wesentlich mehr Entwicklung als ein klassischer Progressionsserver.
Auch Project Camelot liefert dafür keinen fehlenden Beweis. Die bekannte interne Kennung und der aktive Build-Strang zeigen ein unbekanntes Classic-Projekt, aber keinen Kontinent, keine Stufe, keine Handlung und keinen Veröffentlichungsplan.
Was die Theorie über Classic+ verrät
Vielleicht ist genau das der eigentliche Wert dieser Spekulation. Sie zwingt uns, Classic+ nicht nur als Patchliste zu betrachten. Neue Talente, ein zusätzlicher Raid und ein geöffnetes Tor wären spannend. Eine echte langfristige Richtung wäre größer: eine Warcraft-Zeitlinie, die an einem bekannten Punkt abzweigt und danach ihre eigenen Folgen erzählt.
Damit würde Blizzard nicht bloß alte Inhalte modernisieren. Das Classic-Team müsste über Jahre planen, welche Regionen wachsen, welche Figuren anders handeln und wie neue Systeme eingeführt werden, ohne die alte Welt zu entwerten. Dass im Team stärker an langfristigem Content und Narrativ gearbeitet wird, ist greifbarer als viele Leaks. Was sich aus Josh Greenfields neuer Aufgabe im WoW Classic Team wirklich ableiten lässt, haben wir separat eingeordnet. Auch daraus folgt kein Nordend-Projekt.
Unser Urteil: starke Theorie, schwache Beweislage
Die Nordend-Theorie ist keine belastbare Vorhersage. Ihr fehlen offizielle Aussagen, technische Funde und unabhängige Hinweise. WotLK Anniversary bleibt mindestens ebenso plausibel. Zwei parallele Classic-Projekte sind ebenfalls möglich.
Trotzdem ist die Idee redaktionell wertvoll. Der Weg der Anniversary-Realms ist nur bis zur Scherbenwelt eindeutig beschrieben. Kurz nach dem Start von Schwarzer Tempel und Hyjal öffnet die BlizzCon ihre Tore. Blizzard hat weitere Classic-Neuigkeiten für Spieler weltweit in Aussicht gestellt. Genau an dieser echten Lücke setzt die Community an.
Ob Nordend jemals Teil eines Classic+ wird, weiß heute niemand. Die Theorie zeigt aber, warum die Erwartung rund um das Thema so groß ist. Classic+ könnte mehr sein als ein nostalgischer Neustart. Es könnte Warcraft einen zweiten Weg geben. Und manchmal beginnt die spannendste Folgequest genau dort, wo die bekannte Route endet.
Häufige Fragen
Ist WotLK Anniversary offiziell angekündigt?
Nein. Mit Stand vom 27. Juli 2026 hat Blizzard für die Anniversary-Realms den Fortschritt zu Burning Crusade Classic umgesetzt, aber keine anschließende WotLK Anniversary Edition bestätigt.
Hat Blizzard Nordend für Classic+ bestätigt?
Nein. Weder ein offizielles WoW Classic+ noch Nordend als Teil eines solchen Projekts sind bestätigt. Die Idee stammt aus der Community und wird im BootyBay Stammtisch als Theorie diskutiert.
Warum ist die BlizzCon für die Theorie wichtig?
Schwarzer Tempel und Hyjal öffnen am 28. August 2026. Die BlizzCon folgt am 12. und 13. September. Damit liegt die Messe an einem auffälligen Punkt im laufenden Burning Crusade Anniversary-Zyklus. Ein konkretes Classic+ oder WotLK-Programm ist daraus nicht abzuleiten.
Müssen sich WotLK Anniversary und Classic+ gegenseitig ausschließen?
Nein. Blizzard betreibt schon heute mehrere Classic-Varianten parallel. Ein traditioneller WotLK-Progressionsserver und ein separates neues Classic-Projekt könnten gleichzeitig existieren.
Könnte Blizzard statt WotLK Anniversary eine WotLK+ oder Remix-Version veröffentlichen?
Theoretisch ja, angekündigt ist eine solche westliche Version nicht. Titan Reforged in China ist ein interessanter Vergleich, aber kein Beleg für einen Transfer. Eine überarbeitete Nordend-Progression könnte Blizzard Zeit verschaffen, parallel an einem eigenständigen Classic+ zu arbeiten.
Fact-Check und Quellen
Recherchestand: 27. Juli 2026. Die zentrale Nordend-Idee ist eine Community-Theorie. Wir haben Aussagen aus dem Podcast sinngemäß zusammengefasst und anschließend mit offiziellen Blizzard-Terminen abgeglichen. Auch die Verbindung zu einer möglichen Film- oder Serienankündigung sowie eine westliche WotLK+ oder Remix-Brücke sind unsere redaktionellen Gedankenspiele. Eigene Schlussfolgerungen und Zukunftsbilder sind im Beitrag ausdrücklich als Einordnung oder Gedankenspiel gekennzeichnet.
- BootyBay Stammtisch #15, 26. Juli 2026: Diskussion der WotLK- und Nordend-Theorie ab Minute 43:39. Q1
- Blizzard Entertainment, 21. November 2024: Start der Classic Anniversary Edition und zugesagter Fortschritt der PvE- und PvP-Realms zu Burning Crusade Classic. Q2
- Blizzard Entertainment, 5. Februar 2026: Start der Burning Crusade Classic Anniversary Edition. Q3
- Blizzard Entertainment, 23. Juli 2026: Schwarzer Tempel und Schlacht um den Hyjal öffnen am 28. August 2026. Q4
- Blizzard Entertainment, 29. Januar 2026: offizieller Classic-Ausblick mit weiteren, noch nicht benannten Neuigkeiten für Spieler weltweit. Q5
- Blizzard Entertainment, BlizzCon 2026: bestätigte Veranstaltung am 12. und 13. September 2026. Q6
- Blizzard Entertainment, Burning Crusade Classic: weltweiter Start am 1. Juni 2021. Q7
- Blizzard Entertainment, 27. Januar 2022: Start von Schwarzer Tempel und Hyjal im ursprünglichen Burning Crusade Classic-Zyklus. Q8
- Blizzard Entertainment, 19. April 2022 und die Veröffentlichungsmeldung vom 25. Juli 2022: Ankündigung und Starttermin von WotLK Classic. Q9
- Blizzard Entertainment, 15. Dezember 2022: Chris Metzens Rückkehr und die angekündigte spätere Ausweitung seiner Arbeit auf weitere Projekte innerhalb der wachsenden Warcraft-Marke. Q10
- Activision Blizzard, 7. Oktober 2010: mehr als zwölf Millionen WoW-Abonnenten weltweit nach dem chinesischen Start von WotLK sowie WotLK als meistverkauftes PC-Spiel des Jahres 2008. Q11